Ist es nicht faszinierend, wie alleine ein gewisser Geruch es schon vermag, uns in andere Zeiten zu versetzen?
Sei es nun das Aftershave der ersten großen Liebe, das man nach einer halben Ewigkeit immer noch in der Nase hat, oder der Duft, der in der Luft hängt, wenn man gerade eine Kerze ausgeblasen hat, und der zumindest mich (selbst im Hochsommer) immer an die Kerzen am Weihnachtsbaum denken lässt, die bei uns sicherheitshalber ausgemacht wurden, kurz bevor man anfing die Geschenke zu verteilen.
Bei mir hat jede Zeit, jeder Lebensabschnitt einen bestimmten Geruch und einen bestimmten Geschmack. Oft weiß ich das selber nicht einmal, und erinnere mich erst wieder daran, wenn ich diesen Duft in die Nase bekomme.
So ging es mir auch, als wir 2005 in Australien bei einem Weinbauern aushalfen und einen ganzen Vormittag damit beschäftigt waren, tonnenweise Weintrauben von Hand zu pflücken. Nach ungefähr einer Stunde hatte ich ununterbrochen das Bild meines verstorbenen Großonkels Melchior aus Ungarn vor Augen, denn ich roch genauso wie er. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich nicht einmal daran erinnert, wie er gerochen hatte, es war mir auch nie wichtig erschienen.
Ich kann mich auch jetzt wieder nicht an den Geruch erinnern, den die sonnengereiften Weintrauben auf meiner Haut, und wohl auch Tag für Tag auf der Haut von Onkel Melchior hinterlassen haben. So sehr ich mich auch bemühe, ich bekomme ihn nicht zusammen. Aber ich würde ihn wiedererkennen, dessen bin ich mir sicher.
Ein Geruch und auch ein Geschmack, der unwiderbringlich mit Australien verbunden ist, ist der von Bundy Coke. Zur Feier des Tages, nämlich zur Eröffnung dieses neuen Blogs, habe ich mir soeben eines hergerichtet.
Ich brauch nur dran zu nippen und die Augen zu schließen, und schon sehe ich mich mit einer Dose dieses Rum-Cola-Gemischs in Coober Pedy vorm Hostel sitzen. Abends, im Dunkeln, bei immer noch 40 Grad plus!
Cheers, mate!